Überwachung der Anlage

 

Es stellt sich sicher die Frage, wie man die Anlage am besten "im Auge" behält - wäre ja blöd, wenn da irgendein Defekt die Erträge in den Keller drückt und keiner merkt's. Im Urlaub lässt sich auch nicht jeden Tag der Ertrag vom Zähler ablesen, so muss hier irgendein Datenmonitor her.

 

Ich habe mich für die folgende Lösung entschieden: Den ELV Funk Energiemonitor (Danke an Adrien Schoof, der mich auf die Idee gebracht hat). Im Internet unter "EM1000-S" und "EM1000-IR" sowie "EM1010PC" zu finden. Dieser Datenlogger hat einige schicke Vorteile:

Er misst am Drehstromzähler per Lichtschranke, wie viel Energie wirklich eingespeist wurde

Es gibt eine Funkstrecke zum Empfänger, der irgendwo im Haus stehen kann

Den Empfänger schließt man ab und zu an den PC über USB an und liest die Daten aus

Der Speicher reicht für mindestens 60 Tage - schafft also auch den Urlaub problemlos

Man kann das Teil als Bausatz kaufen und selber löten ... Spaßfaktor!

 

Und so funktioniert die Sache:

 

1.) Infrarotlichtschranke auf den Zähler gepappt

2.) Den Sender im Keller an die Wand gehängt

3.) Den Empfänger in den Flur gestellt (man beachte die Deko :o)

 

Fertig ist die Energieüberwachung! Alle 5 Minuten werden neue Daten an den Empfänger übertragen. Das System beobachtet den kleinen, roten Strich auf der Zählerscheibe und misst so die Anzahl der Umdrehungen. Mein Zähler macht 75 Umdrehungen pro kWh - das trägt man beim Empfänger ein - fertig. Die Anzeige erlaubt, selbst den Ertrag in Euro auszuweisen ... einfach die 43,01 Cent im Empfänger eintragen -  so sieht man gleich beim Aufstehen den Kontostand ;-)

Seit dem 24.5.2009 läuft das System jetzt.

 

Potenzial für Verbesserungen ! Das Teil hat so seine Probleme mit der Signalverarbeitung des Sensors. Das Rädchen im Stromzähler ist nicht perfekt, so dass auch die Lichtschranke kein stabiles Signal liefert. Sprich: Wenn der rote Strich kommt und das Lichtschrankensignal sich langsam ändert, dann kann es zu Doppelzählungen kommen. Die sind in Summe zwar kaum bemerkbar, allerdings erzeugt so ein Doppelpuls eine gigantische Spitzenleistung von bis zu 480kW - wäre schön, wenn die Anlage das könnte.

Alles, was deutlich über die 8kW meiner Anlage geht, ist glatt gelogen. So muss man einige (wenige) Messwerte von Hand im Programm korrigieren. Das ist nicht schön - daher habe ich eine kleine Zusatzschaltung entworfen, die die Macke ausbügelt (Hysterese im Sender - hätte der Softwerker von ELV auch in Software lösen können, hat er aber nicht). Es geht aber auch mit einer kleinen Zusatzschaltung. Die Schaltung besteht aus einem RET (Resistor Equipped Transistor) und einem Widerstand. Ein normaler PNP und 3 Widerstände tun es auch - siehe Bild ;-)

 

Eine weitere Macke hat mit möglichen Stromausfällen zu tun. Wenn da mal die Sicherung rausfliegt und der Sender stromlos wird, dann verliert er gerne mal die Verbindung zur Basisstation - das Sensor Symbol blinkt dann nett vor sich hin und es werden keine Daten erfasst. Das ist auch nicht nett, zumal die Fotovoltaikanlage munter weiter Strom in das Netz speist.

Die Lösung ist hier denkbar einfach: Es gibt sowohl am Sensor Modul als auch am Sender Modul einen Versorgungsanschluss (z.B. BU1 im Bild oben). Beide sind schon mit Verpoldioden versehen, die man auch dazu verwenden kann, die Rückwärtsbestromung einer 9V Batterie zu verhindern. Also einfach an einem Gerät die Versorgung vom Netzgerät anschließen und am anderen Gerät eine 9V Batterie dranhängen - fertig. So lange das Netzgerät mehr als 9V liefert, wird die Batterie nicht belastet. Fällt das Netzteil aus, übernimmt die Batterie die Versorgung bis die auch schlapp macht.

Die Hardware Erweiterungen funktionieren einwandfrei! Alle Messwerte stimmen jetzt - ich habe keine Ausreißer bei den Spitzenwerten mehr gefunden. Warum nicht gleich so, liebe ELV Entwickler ...

 

Datenauswertung

 

Schließt man den Datenlogger an den PC an, so bekommt man in der mitgelieferten Software gleich einen Überblick, was denn da so pro Tag passiert ist - Daten ohne Ende - alle 5 Minuten ein neuer Wert. Mit der Software muss man sich ein wenig beschäftigen - sie ist nicht so einfach zu verstehen. Irgendwann hat man dann "seine" Einstellung gefunden und lässt die so.

Für eine hübsche Auswertung mit mehr Details hilft am besten EXCEL. Der Datenlogger erlaubt einen Text-Export, den man sich frei konfigurieren kann. EXCEL ließt das anstandslos ein - den Rest bastelt man dann in EXCEL hin. Die Ergebnisse findet ihr hier im den Kurven auf dieser Homepage.

 

Nachtrag:

Seit Januar 2015 habe ich ein WLAN Modul in den Wechselrichter eingebaut, der nun im 5 Minutentakt die Messdaten an einen Server verschickt und so die Daten vollautomatisch erfasst.